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Praxisbeispiele

Praxisbeispiele Mediation

Fall 1: Konflikt zwischen Ärztinnen im Spital

Ausgangssituation: In einem Spital bestand ein heftiger Konflikt zwischen zwei Ärztinnen um ein gemeinsames Forschungsprojekt. Es ging sowohl um Ansehen als auch um lukrative Verträge von Pharmafirmen. Eine Ärztin fühlte sich von der anderen ausgenutzt und um ihren Erfolg betrogen.

Durchführung: Im Rahmen einer Mediation gelang es, die entstandenen Missverständnisse aufzuklären und die gegenseitigen Erwartungen zu  besprechen. Die unterschiedlichen Herangehensweisen an Forschungsvorhaben wurden ebenso thematisiert wie die persönlichen Interessensschwerpunkte. Der persönliche Konflikt zwischen den Beiden, der seine Wurzeln in einer früheren enttäuschten Freundschaft hatte konnte besprochen und aufgelöst werden.

Ergebnis: Durch die Klärung entspannte sich die Arbeitsbeziehung der beiden Kolleginnen. Es wurden Vereinbarungen für die zukünftige Zusammenarbeit getroffen. Schließlich wurde ein gemeinsames Projekt ins Leben gerufen, in dem beide ihre unterschiedlichen Fähigkeiten gut zur Geltung bringen konnten.

Dauer: 5 Sitzungen im Umfang von 2 Stunden, 1 Abschlussitzung mit der ärztlichen Leiterin


Fall 2: „Villa Kunterbunt – wer ist schuld an den Baumängeln?“

Ausgangssituation: Ein Investor als Bauherr und eine Baufirma als Auftragnehmerin waren wegen strittiger Durchführung der Renovierung einer noblen Villa im Grünen vor Gericht gelandet. Der Streitwert lag bei 150.000,-€. Der Richter empfahl gemäß ZPO den Versuch einer außergerichtlichen Lösungssuche mittels Mediation.

Durchführung: Das Mediationsteam schlug vor, dass die beidseitigen Geschäftsführungen an der Mediation teilnehmen – zumindest für die 1. Sitzung. Dort stellte sich heraus, dass die Betroffenen einander persönlich gar nicht kannten, sondern bisher durch einen Architekten bzw. den Bauleiter vertreten waren. Was die Geschäftsführer verband, war, dass der Streit ihnen beiden lästig war, insbesondere da er nun auch noch zu „Chefsache“ geworden war. Trotz der Einladung, mit den Rechtsvertretern in die Mediation zu kommen, kamen die beiden allein.

Ergebnis: Wesentlicher Teil der 1. Sitzung war das persönliche Kennenlernen und die Bereitschaft, die Sachlage gemeinsam zu erörtern. Danach wurde eine gemeinsame Begehung der Baustelle vereinbart, in deren Rahmen die gerichtlich beklagte Seite ihre Sicht der Dinge am besten darlegen konnte. Die Klägerseite sah ein, dass sie zum Teil schlecht und unvollständig informiert den Gerichtsweg beschritten hatte. Gemeinsam wurde eine Liste der offenen Arbeiten erstellt und mit Kosten belegt, welche einvernehmlich aufgeteilt wurden. Schließlich wurden die Anwälte beauftragt, die Mediationsvereinbarung so zu formulieren, dass ein Vergleich bei Gericht abgeschlossen werden konnte.

Dauer: 1 Sitzung von 1 ½ Stunden, 1 Baustellenbegehung von 2 Stunden, 1 Abschlusssitzung von 2 Stunden.


Fall 3: „Wohin mit den Asylwerbern?“

Ausgangssituation: Eine NGO war mit der Unterbringung von 500 Asylwerberinnen und Asylwerbern in einem Bundesland beauftragt. Für 40 Personen schien die Anmietung eines früheren Hotels im Ortszentrum die ideale Lösung. Diese stieß jedoch auf heftigen Widerstand aus der Bevölkerung und der ortsansässigen Kuranstalt.

Durchführung: Um alle relevanten Interessen berücksichtigen zu können wurden drei Vertreter/innen der NGO, je 1 bis 2 Mandatar/innen sämtlicher fünf im Gemeinderat vertretenen Parteien, die Leitung der Kuranstalt sowie Anrainervertreter/innen in die Mediation eingeladen. Nach Darlegung der bekannten offiziellen Positionen – Unterbringung von Asylwerbern im Ort ja bzw. nein – wurden die dahinterliegenden Interessen, Wünsche und vor allem auch Befürchtungen sämtlicher Beteiligter offengelegt, angehört und für die jeweilige Gegenseite nachvollziehbar gemacht.

Ergebnis: Die Gegner der Unterbringung verstanden die gesellschaftspolitische Ausgangssituation sowie die konkrete Aufgabe der NGO besser und sahen ein, dass das „Florianiprinzip“ keine Lösung darstellt. Die Repräsentanten der NGO akzeptierten, worin die Ängste der Bevölkerung begründet waren. Gemeinsam konnte am Ortsrand ein Ersatzobjekt gefunden werden, das für die Unterbringung von Asylwerber/innen ähnlich gut geeignet war. Die Kosten für die erforderlichen Sanitäreinrichtungen wurden von der Gemeinde und aus Spenden aufgebracht. Zusätzliche Informationen über die Herkunft und Lebenssituation der Asylwerber/innen verringerte die Scheu der Bevölkerung vor Kontakten.

Dauer: 2 Sitzungen von je 3 Stunden

 
Praxisbeispiel internes Training

Anliegen: Verbesserung der Gesprächsführung juristischer Sachbearbeiter/innen

Ausgangssituation: Eine Behörde war für die Entscheidung und Bescheiderstellung zuständig, wobei sich häufig mehrere Unternehmen um den selben marktrelevanten Vorteil bemühten, in der Regel aber immer nur eine Seite diesen zuerkannt bekommen konnte. Die Sachbearbeiter/innen beklagten, dass die Parteien häufig sehr emotional agierten, manche Firmen anwaltlich vertreten waren, andere sich wiederum keinen Anwalt leisten konnten oder wollten, die Bescheide oft von einer Partei beeinsprucht und dann von der nächsten Instanz aufgehoben oder wieder zurückverwiesen wurden und dass die Verfahren oft über ein Jahr dauerten – was für alle Beteiligten unangenehm war.

Durchführung: Die Trainer von Trialogis erörterten in einem zweistündigen Gespräch mit Vertreter/innen der betroffenen Sachbearbeiter/innen deren Arbeitssituation und deren Einschätzung, wie teilweise ein Konsens zwischen den Parteien gefunden werden könnte, ohne dass überhaupt ein Bescheid erstellt werden muss, der eine Seite bevorzugt. Aufgrund dieser Informationen wurde ein Trainingsprogramm mit folgenden Schwerpunkten erstellt:

  • Methoden der Gesprächsführung
  • Grundlagen der Mediation
  • Konfliktanalyse
  • Rollenbild als Sachbearbeiter/in und
  • Methoden der kollegialen Beratung.

Ergebnis: Die Teilnehmer/innen reflektierten ihre eigene Arbeitssituation, stellten eine Stärken-/Schwächenanalyse über ihr bisheriges Vorgehen an, berieten über neue Herangehensweisen und übten in Rollenspielen neue Methoden der Gesprächsführung ein. In Peergroups wurde geübt, wie sie sich in Zukunft wechselseitig bei einzelnen Fällen unterstützen bzw. entlasten können.

Dauer: 2 x 2 Trainingstage im Abstand von ca. einem Monat


Praxisbeispiel offenes Training

Anliegen: Teilnehmer/innen an früheren Einführungsseminaren über Mediation beklagten ihre Betroffenheit von Konflikten zwischen Kolleg/innen und Vorgesetzten in ihrer eigenen Organisation. Sie seien persönlich nicht beteiligt und hätten auch keine Möglichkeit einzugreifen. Sie wünschten sich Unterstützung im Umgang mit dieser Ohnmachtsituation.

Ergebnis: Trialogis hat im Auftrag eines institutionellen Veranstalters ein neues Seminar mit folgenden Schwerpunkten entwickelt:

  • Systemische Analyse von Konfliktsituationen
  • Selbsterfahrung (persönliche Konflikterfahrung)
  • Umgang mit eigenem emotionalem Engagement
  • Abgrenzungstechniken
  • Strategieentwicklung
  • Einzelcoaching

Dieses Seminar wurde bereits mehrfach mit großer Nachfrage durchgeführt. Die Teilnehmer/innen berichten von spürbarer Erleichterung in der Bewältigung externer Konfliktsituationen, insbesondere durch Veränderungen an der eigenen Haltung und Betroffenheit.